KotlinConf 2018 – Amsterdam

von Bernhard Danecker

 

Anfang Oktober durfte ich die KotlinConf in Amsterdam besuchen. Die KotlinConf ist eine Konferenz mit Fokus auf die relativ neue Programmiersprache Kotlin und allen Facetten, die sie umfasst. Diese Programmiersprache wurde ursprünglich alleine von JetBrains entwickelt (ein Unternehmen das auf Entwickler-Tooling spezialisiert ist) erlangte aber mit der Einführung und vollen Unterstützung von Google in Android mehr Bedeutung.

 

 

Als Veranstaltungsort wurde “Beurs van Berlage” – die ehemalige Börse Amsterdams – gewählt. Es ist ein einmaliges und altes Gebäude mit großen aus roten Ziegelsteinen gemauerten Hallen. Allein aus diesem Grund war die KotlinConf schon ein Erlebnis. Los ging’s am Mittwoch, 3.10.18, mit einem speziellen Workshop. Am Morgen wurden wir hierzu bereits mit einem großen Frühstück und ausreichend Kaffee begrüßt. So konnte mit voller Energie in einen anstrengenden Tag gestartet werden.

 

Workshop

 

Im Workshop ging es um ein seit längerer Zeit in Entwicklung befindliches und bald final verfügbares Framework zur asynchronen Programmierung, das vor allem die Handhabung asynchroner Aufgaben deutlich vereinfachen soll – den Kotlin coroutines. Vereinfacht gesagt geht es darum Arbeit im Hintergrund einer Anwendung auszuführen und gleichzeitig noch das User-Interface interagierbar zu halten.

Dabei ging es von einer anfänglichen Übersicht über allgemeine Themen der asynchronen Programmierung sehr schnell in die Tiefe des Frameworks, wie alle Komponenten zusammenspielen und wie es in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann.

Bei troii werden wir wohl sehr bald davon Gebrauch machen, da vor allem auf Android die asynchrone Programmierung noch ein ziemlicher Klotz am Bein ist und wir davon doch deutlich profitieren werden.

Den Workshop Inhalt zum selber Ausprobieren findet man auch auf Github – die Präsentationsfolien sollten in nächster Zeit noch nachgereicht werden.

 

Konferenz Tag 1

 

An meinem zweiten Tag wurde dann die Konferenz mit der Keynote von Andrey Breslav – Lead Language Designer von Kotlin, der sich in der Abschluss-Diskussion humorvoll mit den Worten “I do Kotlin” vorstellte – offiziell eröffnet. In der Keynote wurde eine Zusammenfassung der Entwicklungen des letzten Jahres präsentiert. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Communities und Statistiken zu aktuellen Developer-Zahlen vorgestellt sowie ein Ausblick auf die nächste Zukunft gegeben. Eine viel erwartete Ankündigung zur finalen Version von Kotlin 1.3 blieb leider aus, mit der Begründung, es sei ja eh alles OpenSource und man könne ja nichts verheimlichen, aber sie würde in den nächsten Wochen kommen.

Anschließend wurden auf insgesamt 4 parallelen Tracks zahlreiche Inhalte für die insgesamt rund 1300 Konferenz-Teilnehmer gut aufbereitet präsentiert. Direkt im Anschluss an die Keynote machte der sehr bekannte Jake Wharton mit “A Multiplatform Delight” den Anfang. Er erzählte über die Library-Architektur in einem Multi-Platform Projekt, das es erlaubt, denselben Code auf Android, iOS, Javascript oder Native wiederzuverwenden. Auch sehr interessant war der Talk von Gradle Entwicklern über Gradle kotlin-dsl. Das erlaubt die vorherigen auf Groovy basierten Build-Scripts nach Kotlin zu portieren. Somit kommt man in den vollständigen Genuss, den diese Sprache bietet. Auch wir haben hier schon erste Experimente machen können. Ein wichtiger Aspekt waren auch immer wieder die Kotlin coroutines und es schien auch so, als wenn dies ein viel erwartetes Projekt in der gesamten Community sei. Chris Banes erzählte dazu viel über praktische Ansätze – wie man coroutines auf Android einsetzen kann und wie das Zusammenspiel mit Android-Lifecycle am besten zu handhaben ist.

 

Zum Abschluss des ersten Konferenztages gab es noch eine Party in derselben Location, wo wir auch kulinarisch mit lokalen Spezialitäten versorgt wurden. Natürlich durfte auch das ein oder andere Heineken nicht fehlen, was insgesamt für ein super Ambiente zum Networken sorgte. Als Highlight des Abends trat dann eine Queen Coverband auf, die der Stimmung nochmal so richtig einheizte.

 

Konferenz Tag 2

Am zweiten Tag ging’s mit einer Keynote von Alicia Carr los. Sie startete erst mit 51 Jahren in der Software Entwicklung mit einer App, die Betroffenen von häuslicher Gewalt helfen soll. Ihre Geschichte war so beeindruckend, dass sie auch mehrmals in Videos von Apples WWDC-Konferenz vorkam und auch Github ihr ein eigenes Video sponsorte um ihre Geschichte zu erzählen.

Natürlich gab es auch an diesem Tag wieder durchgehend Vorträge zu den verschiedensten Themen rund um Android, Funktionale Programmierung, iOS Entwicklung, React oder Unit Testing. Ein Teilnehmer hat auch bereits eine Liste aller Präsentationsfolien zusammengestellt.

Zum Ende hin gab’s nochmal etwas Auflockerung in Form von Kotlin Puzzlers Vol.2. Hier wurden kurze Code-Schnipsel, die schon sehr speziell sind und in normalen Projekten hoffentlich! nie vorkommen sollten, präsentiert und das Publikum befragt, was denn wohl das Ergebnis davon sein würde. Oft war das Ergebnis dann doch sehr erstaunlich und sorgte für viele Lacher.

Den Abschluss bildete ein Closing Panel bei dem verschiedenste Speaker, Entwickler oder irgendwie anderweitig an Kotlin beteiligte Personen Platz nehmen durften. Sie mussten sich den Fragen des Publikums stellen und beantworteten dies auch mit viel Humor.

 

Fazit

Die Talks waren in Summe sehr gut und auch nicht zu oberflächlich, wie es oft auf allgemeineren Konferenzen der Fall ist, sondern gingen oft sehr ins Detail. Alle Talks werden nach und nach auf Youtube zur Verfügung gestellt und es lohnt sich auf jeden Fall hier das Ein oder Andere nachzuschauen.

Alles in allem war die KotlinConf 2018 eine durchaus sehr gut organisierte Veranstaltung, wo man sich auch sehr um die Teilnehmer kümmerte und in verschiedenster Form dafür gesorgt hat, dass sich jeder wohl fühlte. Vielen Dank an das gesamte Team dafür!

Teilen

Kommentar schreiben