Angular Connect London 2019

von Lukas Fink

Ende September 2019 durfte ich für troii die Angular Connect Konferenz in London besuchen. Auf der größten Angular Konferenz Europas gab es zwei Tage lang interessante Talks über verschiedenste Facetten des Frontend Web-Frameworks. Veranstaltungsort war das Queen Elizabeth II Center am Parliament Square im Herzen Londons, das von meinem Hotel nur einige U-Bahn-Stationen entfernt war.

Tag 1

Nach einem reichhaltigen Frühstück (wohlgemerkt mit English Breakfast Tea) begann Tag 1 mit der Keynote von Stephen Fluin und Igor Minar, die beide im Angular Team bei Google arbeiten. Sie gaben einen Überblick über 3 Jahre Angular und holten dazu einige Projektleiter (Deutsche Bank, Allianz, etc.) auf die Bühne. Diese berichteten über ihren Weg mit Angular und gaben Einblicke gaben in die Verwendung von Angular anhand Produktiv-Applikationen.

Danach folgten einige “Highlights” der aktuelle Version (u.a. differential loading, web worker bundling, angular cli Verbesserungen) und auch ein Ausblick auf Angular 9. Interessante Punkte waren hier ahead-of-time compilation auch im Debug Modus, verbesserte debugging experience in den Chrome Dev-Tools und nicht zuletzt Ivy, Angulars neue compilation bzw. rendering pipeline. Die Abschlussworte der Keynote wiesen darauf hin, dass der Fokus der diesjährigen Konferenz darauf lag Tools und Features zu präsentieren, die sofort für jeden verfügbar sind – etwas, das in der Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit war.

Nach einer kurzen Pause ging es für mich in der Experts Zone weiter, die separat von den beiden Haupt-Tracks stattfand. Das Format hier war ähnlich einer Podiumsdiskussion. Diese wurde von 7 Experten abgehalten, welche sich mit diversen Technologien rund um Angular beschäftigten. Hier gab es einige Einblicke in ng-packagr (ein Tool um Libraries für Angular zu erstellen), die ngrx-Suite und auch in die Google-interne Arbeit an Angular. Letzteres war sehr interessant, da es im Angular Team eine einzige Person gibt, die für das mergen von Pull Requests verantwortlich ist – was bei ca. 180 Pull Requests pro Woche eine Menge Arbeit ist. Auch interessant ist, dass Google einen quasi Mono-Repository Ansatz hat, der mehrere hundert Projekte beinhalten kann, die voneinander abhängig sein können. Auch wurde kurz auf das build tool Bazel eingegangen, welches von Google intern verwendet wird, aber auch als Vorschauversion für jedermann zugänglich ist.

Nach diesen intensiven zwei Stunden gab es erst einmal Mittagessen – Thai Nudeln sowohl vegetarisch als auch mit Ente – bevor es mit dem nächsten Talk weiterging: The science of authenticating Angular apps von Kim Maida. Hier ging es um best practice bezüglich Verwalten von Anmeldeinformationen in verschiedensten Formen (server side authentication, cookie authentication, …) – eine Basis in modernen Web-Applikationen ist.

Als letzten Talk dieses Tages möchte ich Profiling Angular apps like a shark von Gil Fink hervorheben. Hier ging es um low-level Profiling und einige nicht ganz offensichtliche Performanceeinbußen, die leicht entstehen können. Auch hier war noch der ein oder andere nützliche Tipp dabei, die Aufzeichnung des Talks kann ich deshalb sehr empfehlen.

Anstatt des Abendessens im Hotel habe ich mich kurzfristig noch für den Besuch eines Meetups entschieden. Betitelt war dieses mit Fireside Chat with Special Guests (@CodeNode London) und es war eine Diskussionsrunde im kleinen Kreis mit (Google) Experten. Beim Pizzaessen danach hatte ich noch die Möglichkeit mit Igor Minar zu reden – dem Projekt Lead von Angular. Sich auf Augenhöhe mit “großen” Figuren der Szene unterhalten zu können war ein schöner Ausklang des ersten Tages und sehr motivierend für Tag 2.

Tag 2

Die morgendliche Rush-Hour in der U-Bahn eröffnete den zweiten Tag und führte mich direkt zur Eröffnung von Minko Gechev. Dieser thematisierte die letzten technischen Angular Updates und good-to-know Frameworks welche die Arbeit erleichtern sollen. Auch hier empfehle ich wieder den Talk anzusehen, da es bestimmt für jeden Möglichkeiten gibt den Entwicklungs-Workflow zu optimieren.

Nach der obligatorischen Teepause ging es weiter mit dem Talk
Let’s build a form around it von Sani Yusuf, der Angular interne Mechanismen zur Formularverarbeitung auf lockere Weise präsentierte. Da ich gerade an einem Projekt arbeite, wo wir intensives Form Handling verwenden, war dies sehr interessant und in vielen Punkten auch eine Bestätigung, Dinge richtig gemacht zu haben.

Nach Fish&Chips bzw. einer Asia Pfanne ging es dann weiter mit dem meiner Meinung nach anspruchsvollsten Talk der gesamten Konferenz. Performance optimizations in Angular von Mert Degirmenci. Hier ging es hauptsächlich um Angular interne Optimierungen, welche im Zuge der Migration von v1 auf v2 vorgenommen wurden. Daneben wurden auch best practice Beispiele präsentiert, die zeigen sollten wie man vorgehen soll, um nicht den Angular internen Optimierungen entgegenzuwirken.

Zum Schluss möchte ich noch den Talk ngTemplateOutlet: The secret to customisation von Stephen Cooper erwähnen, der eine Möglichkeit zur Benutzer spezifischen UI-Anpassung vorstellte von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Besonders hilfreich ist dies, wenn man eine Applikation für verschiedene Kunden Anpassen muss (Farben, Verhalten, a11y, …). Stephen Cooper zeigte das anhand eines Beispiels, bei dem es um seine beiden Söhne ging. Das Lächeln im Gesicht half sicher dabei, die eher trockene Materie etwas aufzulockern 🙂

Abschließend gab es noch ein kaltes Buffet, Bier und Live Jazz-Musik, was ein gute Atmosphäre fürs abschließende Networking schaffte. Insgesamt konnte ich auf zwei fordernde, spannende und interessante Tage zurückblicken. Das war sicher nicht mein letzter Besuch auf der AngularConnect. Ich kann die Konferenz allen Angular-Interessierten sehr empfehlen.

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